Features

Dienstag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Fundament des Staates

100 Jahre Bundes-Verfassungsgesetz (2). Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber Am 1. Oktober 2020 wird die Österreichische Verfassung bzw. das Bundes-Verfassungsgesetz (B-VG) 100 Jahre alt. Verfolgen wir die Spur ihrer Entstehung, so führt sie weit zurück in die wechselvolle Geschichte unseres Landes und erreicht ihren Gipfelpunkt in den Jahren zwischen 1918 und 1920, als sich Österreich von einer Monarchie in eine Republik verwandelt. Artikel 1 im Bundes-Verfassungsgesetz definiert es genau: "Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus". Es sind also die Bürgerinnen und Bürger, die 1920 zu den neuen Souveränen des Landes werden. Das hat weitreichende Folgen. Neben Demokratie und Republik, rückt auch die Bundesverfassung den einzelnen Menschen in den Vordergrund und schützt ihn vor einem zu großen Machteinfluss des Staates. Selbst wenn der Artikel 1 unmissverständlich formuliert wurde, besteht heute eine eklatante Wahrnehmungsdivergenz zwischen der Bedeutung der Verfassung, die ihr durch Jurististinnen und Juristen zugemessen wird und ihrer Verankerung im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger. Die Verfassung ist also nicht nur Teil einer höchst anspruchsvollen Disziplin der Rechtswissenschaften, sondern auch etwas, das alle Bürgerinnen und Bürger angeht und sich auch explizit an uns richtet. Weshalb aber ist diese notwendige breite Identifikation eigentlich nicht genügend im Bewusstsein verankert? Dennoch gilt die Österreichische Verfassung den juristischen Expertinnen und Experten in vielerlei Hinsicht als richtungsweisend und fand international große Beachtung. Der 1881 in Prag geborene Rechtswissenschaftler Hans Kelsen gilt als der "Architekt" der Bundesverfassung. Er hat als Urheber mehrerer Entwürfe zur Verfassung den schwierigen Prozess der politischen Konsensfindung begleitet, denn gerade die Grundkonzeption des Staatsfundaments war durch die ideologisch weit auseinanderreichenden Positionen schwierig. So konnte man sich 1920 beispielsweise nicht auf einen Grundrechtskatalog einigen, sondern übernahm jenen aus dem Staatsgrundgesetz von 1867. Das Radiokolleg widmet sich anlässlich des Verfassungsjubiläums der Entstehung der Bundesverfassung, stellt stellt die Grundprinzipien Demokratie, Republik, Bundesstaat und Rechtsstaat ins Zentrum.

Dienstag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Guido von Arezzo Erfinder der Notenschreibung Klang-Speicher Von der Wachswalze zum USB-Stick Das Kalenderblatt 29.9.1995 Die Playstation kommt auf den Markt Von Martin Schramm Guido von Arezzo - Erfinder der Notenschreibung Autor und Regie: Markus Vanhöfer Was wäre unsere Musik ohne Notenschrift? Erst durch sie sind wir in der Lage, Klänge auf Papier festzuhalten, so dass Musik nicht vergessen wird, sondern ein allen Menschen über Generationen zugängliches Kulturgut werden kann. Guido von Arezzo lautet der Name des Mannes, der dies ermöglicht hat, denn er erfand vor 1.000 Jahren die Notenlinien, wie wir sie heute noch verwenden. Guido von Arezzo war Benediktinermönch, Musiker, Musiktheoretiker, ein an den "sieben freien Künsten" geschulter Gelehrter. Auch wenn wir über sein Leben nicht allzu viel wissen, ist der Italiener einer der innovativsten Köpfe unserer Musikgeschichte. So sind auch die Solmisationssilben "do, re mi, fa, so" seine Idee. Klang-Speicher - von der Wachswalze zum USB-Stick Autor und Regie: Martin Schramm 1860 gelingt Edouard-Léon Scott de Martinville eine kleine Sensation. Mithilfe seines "Phonautografs", also einer Art "Schallselbstschreiber", macht er die vermutlich älteste erhaltene Tonaufnahme der Welt. Eine Schweineborste kratzt dabei ein Muster der Luftschwingungen in eine rußgeschwärzte Walze. Der Schall wird sichtbar. Aufnahmen tatsächlich auch wieder abzuspielen, macht dann erst Thomas Edisons Phonograph möglich. Ein Traum der Menschheit wird wahr: den "Klang der Welt" einzufangen, aufzubewahren und auch wiederzugeben. Die Technik entwickelt sich rasant: von der Wachswalze zur Vinylplatte, vom Magnettonband zu CD und USB-Stick, vom Rauschen und Knacken zum glasklaren "Digitalsound". Die "Klang-Speicher" aus der Anfangszeit sind längst historisch geworden und fester Bestandteil unseres kulturellen Erbes. Sie machten es möglich, Musik aus der ganzen Welt zusammenzutragen, aber auch die "Stimmen der Völker" zu erforschen. Sie werfen inzwischen aber auch ganz grundsätzliche Fragen auf: Wie nutzt und verwahrt man "historische" Aufnahmen am besten? Und wem "gehört" der Klang in diesen Aufnahmen eigentlich? Moderation: Christian Schuler Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - "Holz, Stroh, Lehm Wasser"

Eine Anleitung zum nachhaltigen Bauen (2). Gestaltung: Margit Atzler, Franziska Dorau Die Baubranche ist weltweit einer der großen CO2-Sünder. Große Mengen des Rohstoff- und Energieverbrauchs werden am Bausektor verursacht - beim Bauen selbst, aber auch in der Herstellung von Baustoffen. Da ist zum einen Zement, der in großen Mengen verwendet wird und bei dessen Gewinnung riesige Mengen an CO2 entstehen. Zum anderen werden Dämmstoffe wie Styropor eingesetzt, die weder zu einem angenehmen, gesunden Raumklima beitragen, noch nachhaltig sind. Wird ein Haus abgerissen, bleiben große Mengen an Müll zurück, der nicht wiederverwertet werden kann. Das Bauwesen hinkt in Fragen der Ressourceneffizienz dramatisch hinter den technischen Möglichkeiten her. Viele Probleme der Bauphysik könnten, so Verfechter von Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen, bereits mit dem richtigen Material gelöst werden. Außerdem: ohne Transformation der Bauindustrie wird es keine Klimawende geben. Doch wie könnte "nachhaltiges Bauen" gehen? Die natürlichen Baustoffe Holz und Lehm, aber auch Stroh wurden jahrtausendelang im Hausbau eingesetzt, bis sie von "modernen", scheinbar robusteren Materialien abgelöst wurden. Früher mit "Armut" assoziiert, haftet ihnen heute der "Ökostempel" an. Der Architekt Andi Breuss beschäftigt sich mit alten Prinzipien des Hausbaus mit Lehm und verwendet den Lehm vom eigenen Acker zur Adaptierung und Neugestaltung von Bestandsgebäuden, zum Beispiel in Mitterretzbach im Weinviertel. Der Förster und Betriebswirt Erwin Thoma gründete seine Firma, um für seine mittlerweile erwachsenen Kinder "das gesündeste Haus" zu bauen. Heute baut die Firma Thoma Vollholzhäuser nach dem Kreislaufkonzept. Vor allem in Zeiten klimatischer Veränderungen sind gängige Bauweisen dringend zu überdenken, auch was den Umgang mit und den Einsatz von Wasser betrifft. Das Projekt der "Schwammstadt Berlin" beispielsweise versucht, die Großstadt für Starkregenereignisse zu wappnen, der Versiegelung der städtischen Bodenflächen entgegenzuwirken und Konzepte zu entwickeln, wie große Wassermengen aufgenommen, gespeichert und in Hitzeperioden zur Kühlung wieder abgegeben werden können. Ein Lehrgang der Technischen Universitäten Wien und Graz setzt sich mit der ganzheitlichen Betrachtung des Lebensweges von Bauwerken auseinander und legt die Grundlage für neue Planungsqualität, wie auch modifizierte Bauprodukte und Bausysteme. Für Strohballenhäuser gibt es im Internet zahlreiche Anleitungen zum selberbauen. Doch geht das wirklich so einfach? Und wie sieht es mit Brandschutz aus? Wie eignen sich Holz, Stroh und Lehm als Träger, Dämm- und Verbundstoffe? Welche Aspekte sind beim Einsatz der jeweiligen Materialien zu beachten und welche Kombinationen sind in unserem Klima sinnvoll? Warum werden die nachhaltigen Lösungen, die selbst in der Umsetzung einfach zu bewerkstelligen wären, nicht längst flächendeckend eingesetzt? Warum wird bei den großen Problemen Lebensraumknappheit und Bodenversiegelung weitergemacht wie bisher?

Dienstag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Singen mit ideologischem Grundton

Das Volkslied und seine politische Instrumentalisierung (2). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht Volksmusik und insbesondere Volkslieder sind für viele Menschen lebendiger Ausdruck von Identität, Unverwechselbarkeit und Zusammengehörigkeit - Schlagwörter, die in Zeiten von Globalisierung und bröckelnder gesellschaftlicher Solidarität offenbar immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dafür sprechen auch die in den vergangenen Jahren gestiegenen Verkaufszahlen von Tonträgern aus diesem Genre. Heimat, Liebe, Abschied, Verlust - in Volksliedern werden immer gültige Themen verhandelt, verpackt in eingängige Melodien; vielleicht ist es aber auch die Sehnsucht nach dem vermeintlich Ursprünglichen und Natürlichen, das für manche deren besonderen Reiz ausmacht. Allerdings war dieses vermeintlich "Ursprüngliche" und "Natürliche" schon im späten 18. Jahrhundert, als der Begriff "Volkslied" zum ersten Mal aufkam, etwas höchst Künstliches - ein ästhetisches Konstrukt, entworfen von Gebildeten, die an der Schwelle zur Industrialisierung sehnsuchtsvoll auf eine "gute alte Zeit", auf ein ländliches Idyll zurückblickten. Die romantischen Volkslieder sollten weder frivol, noch städtisch und erst recht nicht politisch sein - doch das änderte sich bald. So spielten Volkslieder zum Beispiel schon im Vormärz für die nationale Identitätsbildung eine große Rolle. Der zunehmende Nationalismus im 19. Jahrhundert beförderte auch das Anlegen umfangreicher Volkslied-Sammlungen. In Österreich führte diese Sammeltätigkeit 1904 zur Gründung des so genannten "Volksliedunternehmens", das eine repräsentative Ausgabe des Liedgutes in Österreich und den damaligen Kronländern erstellen sollte. Es ging darum, regionale Eigenheiten zu fördern, gleichzeitig aber auch dem Vielvölkerstaat zu einem übergeordneten Nationalgefühl zu verhelfen. Das intensive Sammeln von Volksliedern hielt bis Ende der 1920er Jahre an. Im Jahrzehnt darauf wandelte sich das Interesse - nun stand die Pflege der gesammelten Lieder im Vordergrund, öffentliche Chorauftritte, "Volkslieder-Wettsingen" u. ä. Veranstaltungen boomten. Diese Praxis wurde von den Nationalsozialisten teils direkt übernommen und das "Volkslied" im Sinne ihrer Ideologie instrumentalisiert; und manchmal, so konstatieren Volksliedforscher/innen, wurden Weichen gestellt, die das NS-Regime überdauern sollten: geistig, sprachlich und institutionell ebenso wie in der praktischen "Pflege". 1956 schrieb Theodor W. Adorno, das gemeinsame Singen, besonders von Volksliedern, erinnere ihn an faschistische Massenveranstaltungen. Dass dies "not sei", stehe nirgends geschrieben. Allerdings fügte Adorno noch hinzu: "Zu fragen ist, was gesungen wird, wie und in welchem Ambiente" - und diese Fragen zu stellen, ist nach wie vor aktuell.

Dienstag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Pina Bausch Revolutionärin des Tanztheaters Anna Pawlowa Meistertänzerin des klassischen Balletts Das Kalenderblatt 29.9.1995 Die Playstation kommt auf den Markt Von Martin Schramm Pina Bausch - Revolutionärin des Tanztheaters Autorin: Katharina Hübel / Regie: Frank Halbach Pina Bausch selbst hätte sich vermutlich nicht als Revolutionärin bezeichnet. Vielmehr als Suchende. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2009 suchte sie als Begründerin und Choreographin des Tanztheaters Wuppertal beständig mit ihrem Ensemble nach authentischen, unverbrauchten Bewegungen, neue Formen für choreographierte Emotionen. Um diese zu finden, stellte Pina Bausch ihren Tänzern in intensiver, langwieriger Probenarbeit Fragen. Die Tänzer konnten antworten - mit Worten oder Bewegungen. Damit hob Pina Bausch die Hierarchien auf, die es bis dahin in Tanzkompanien gab, machte ihre Tänzer zu Mitgestaltern. Die Wirkung beim Publikum in den frühen Siebziger Jahren, das klassisches Ballett erwartete: verheerend. Tänzer humpelten hüstelnd über die Bühne - Kunst konnten darin erstmal wenige erkennen. Pina Bausch hatte zunächst im Ausland großen Erfolg, wurde weltweit als Geheimtipp gehandelt. Bis auch in Deutschland Pina Bausch und ihre charismatischen Tänzer zum Publikumsmagnet wurden - und es schließlich schwierig bis unmöglich wurde, überhaupt Karten für eine der Vorstellungen zu ergattern. Pina Bausch erzählte von den Menschen in ihrer Verschiedenheit. Ihr Ensemble war dementsprechend bunt zusammengewürfelt mit kleinen Männern, großen Frauen, Tänzern jeder Hautfarbe, jeden Alters. Und doch verband sie alle eines: die universelle Sprache der Gefühle. Anna Pawlowa - Meistertänzerin des klassischen Balletts Autorin: Julia Smilga / Regie: Eva Demmelhuber An der Sankt Petersburger Kaiserlichen Ballettschule wollte man sie zuerst nicht, denn Anna Pawlowa war zu zierlich. Damals hatten Tänzerinnen akrobatisch zu sein. "Besenstiel" war Pawlowas Spitzname in der Ballettschule. Ständig kämpfte sie mit einem schwachen Rücken und für den Spitzentanz scheinbar ungeeigneten Füßen. Dass aus dem "hässlichen Entchen" der schönste Schwan aller Zeiten werden sollte, ahnte anfangs niemand. 1905 schrieb der Choreograf Michail Fokin das Tanzsolo des sterbenden Schwans speziell für die Tänzerin. Es dauerte gerade einmal drei Minuten - doch jene melodramatische Interpretation Pawlowas wurde weltberühmt. Von nun an ging ihr Name um die Welt. Durch Gastauftritte in Europa ab 1908 wurde sie international bekannt und als Sergej Djagilew 1909 "Les Ballets Russes" in Paris gründete, übernahm Anna Pawlowa die führenden Rollen. Pawlowa war auch die erste Tänzerin, die auf eine Welttournee ging, sie begeisterte mit ihren Auftritten in den USA, Mexiko, Venezuela, Indien, Australien und Neuseeland. In Neuseeland entstand auch ihr zu Ehren das berühmte Dessert "Pavlova" - eine mit Sahne und Früchten gefüllte Torte aus einer Baisermasse. So leicht, wie die Tänzerin selbst. Moderation: Kristina Thiele Redaktion: Andrea Bräu

Dienstag 16:05 Uhr Ö1

Tonspuren

"Originaltöne". Dichterstimmen erzählen die Geschichte der Tonaufzeichnung. Feature von Philip Scheiner Heute klingen Tonaufnahmen von Dichter/innen nahezu originalgetreu. Die Mikrofone sind in den vergangenen Jahrzehnten hellhöriger geworden. Nicht zuletzt haben auch Aufnahme- und Speichermedien einen rasanten Wandel hinter sich. Am Anfang stand die Wachswalze, erfunden Ende des 19. Jahrhunderts. Ein empfindliches, ungenaues Medium mit geringer Kapazität. Mit der Schellackplatte kam die B-Seite, besserer Klang und höhere Haltbarkeit. Das Magnetband schrumpfte bald von der Spule in die Kassette. Seit der Digitalisierung der Aufnahmetechnik fehlen alle Zwischentöne zwischen Null und Eins - somit auch das analoge Grundrauschen. Das Medium wurde unhörbar. Heute passt der "Mann ohne Eigenschaften" auf einen USB-Stick. Alle Aufnahmemedien haben bestimmte Charakteristiken, nicht jedes wurde massentauglich. Das Phonogrammarchiv in Wien ist das älteste Schallarchiv der Welt. Seit der Tonbandzeit führt seine Arbeit die Österreichische Mediathek fort. Stimmporträts, Lesungen, Ansprachen und Interviews von Dichterinnen und Dichtern beschreiben in diesem Feature die Geschichte der Tonaufzeichnung.

Dienstag 19:15 Uhr Deutschlandfunk

Das Feature

Eine Straßenbahn namens Danzig Die PIS-Kampagne gegen Gdansk Von David Z. Mairowitz und Malgorzata Zerwe Regie: die Autoren Produktion: Deutschlandfunk 2020 In den großen Städten Polens fehlt es der regierenden PIS-Partei an politischem Rückhalt. In Gdansk ist die Opposition besonders stark. Sie wirft der rechtsgerichteten Partei Homophobie, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus vor und besinnt sich dabei auch auf ihre deutschen Wurzeln. Heimatverrat, kontert die PIS. Sie warnt vor dem Verlust der polnischen Identität. Attackiert werden Autoren wie Stefan Chwin, der sich gerne an die deutsche Vergangenheit der Stadt erinnert. Angegriffen werden auch multikulturelle Institutionen wie das Europäische Solidaritätszentrum. Und sogar eine unschuldige Touristenstraßenbahn mit der Aufschrift "Danzig" wird zur Zielscheibe der Aggressionen. "Die PIS weiß, dass sie Danzig nie wird erobern können", sagt Peter Loew, Historiker und Leiter des Polen Instituts. Es läge auch an Danzigs Geschichte der Freiheit, dass die PIS "mit ihren engen, konservativen, nationalen Narrativen hier nie die Mehrheit erlangen wird." Im Januar 2019 wurde der ehemalige Bürgermeister Pawel Adamowicz ermordert - ein politischer Mord, ist Peter Loew überzeugt. Auch Adamowiczs Nachfolgerin Aleksandra Dulkiewicz erhält täglich Hassbriefe. Die Bedrohten fürchten nicht nur täglich um ihr Leben, ihr Leben erinnert auch immer mehr an einen politischen Krimi. Eine Straßenbahn namens Danzig

Dienstag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Enteignung, Mauerfall, Neuanfang Der steinige Weg der ostdeutschen Familienunternehmer Von Jesko zu Dohna und Marcus Pfeil Anders als im Westen haben die Unternehmer in den neuen Bundesländern eine lange Leidensgeschichte hinter sich. 1972 von der SED enteignet, arbeiteten sie jahrelang als Angestellte im eigenen Betrieb oder flohen in den Westen. Erst nach der deutschen Einheit holten sie sich ihre Firmen zurück, kehrten heim, oder die Mitarbeiter kauften sie einfach selbst von der Treuhand. Manchen, wie dem Piano-Hersteller Blüthner, ist die Rückkehr zum Weltunternehmen geglückt, andere, wie der DDR-Sportwagenhersteller Melkus, gingen Pleite. Und dann gab es da noch die mutigen Westler, die, wie der Unterwäsche-Hersteller Bruno Banani, in den neuen Bundesländern neu gründeten.

Dienstag 20:00 Uhr NDR kultur

Feature

Traumland Deutschland durch fremde Augen gesehen Von Markus Metz und Georg Seeßlen DLF 2019 Wenn nach Deutschland geflüchtete Menschen ihre Situation künstlerisch reflektieren - in Gedichten, Erzählungen, Rap-Texten, Comics -, zeigt der fremde Blick mit seinen Aspekten von Verzweiflung, Groteske und Komik ein zerrissenes und widersprüchliches Land. Gefängnis oder Einkaufsstraße, saubere Hotels oder geschlossene Grenzen - je nach Herkunft, Kaufkraft oder Status offenbart sich ein anderes Gesicht von Traumdeutschland. Ein merkwürdiges Gesamtbild entsteht da, mit vielen Widersprüchen und überraschenden Überschneidungen. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 20:00 - 20:05 Uhr Nachrichten, Wetter Feature

Dienstag 22:03 Uhr SWR2

SWR2 lesenswert Feature

Gesund durch Lesen? Was Bücher für Körper und Seele tun Von Beate Krol Verlängert das Lesen von Romanen und Sachbüchern wirklich das Leben? Macht es tatsächlich empathisch und resilient? Eine überzeugte Vielleserin will wissen: Was ist dran an den vielen positiven Wirkungen, die das Lesen auf Körper und Seele haben soll? Und ist das digitale Lesen wirklich so schlimm? Eine kritische Reise in das Himmelreich des Lesens, mit Stationen in der Hirn- und Leseforschung, der Medienpädagogik, bei einem Schriftsteller und einem ehemaligen Lesemuffel.

Dienstag 22:03 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Feature

Familienleben Von Rosa Hannah Ziegler Regie: die Autorin Mit: Sandra Borgmann Ton: Hermann Leppich Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2019 Länge: 54"28 Ein verfallener Bauernhof in Sachsen-Anhalt. Biggi und Alfred versuchen hier, ein Familienleben mit Biggis Töchtern aufzubauen. Ihre eigenen traumatischen Erlebnisse wollen sie nicht weitergeben, doch die Spannungen nehmen zu. Biggi und Alfred, beide arbeitslos, leben zusammen auf einem alten Bauernhof in Sachsen-Anhalt. Seit ihrer Kindheit voller Vernachlässigungen haben sie sich in der Gesellschaft als Außenseiter wahrgenommen. Heute versuchen sie, mit Biggis Töchtern Denise (17) und Saskia (14) ein stabiles Familienleben aufzubauen. Die Mädchen haben viele Jahre ihrer Kindheit im Heim verbracht. Nun leben alle als Gemeinschaft auf dem Hof und versuchen, Tag für Tag füreinander da zu sein. Doch die Spannungen nehmen zu. Die Töchter kommen in Kontakt mit Drogen, Alfred hat seine Aggressionen nicht immer im Griff, und Biggi beginnt, neue Pläne zu schmieden. Sie träumt von einem anderen Leben und versucht, den unheilvollen Kreislauf zu durchbrechen. Rosa Hannah Ziegler, geboren 1982, studierte Regie an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Sie lebt als Filmemacherin und Autorin in Berlin. Für den Dokumentarfilm "Du warst mein Leben" (ZDF/3sat 2017) erhielt sie den Grimme-Preis 2018 und für ihren Dokumentarfilm "Cigaretta mon Amour - Portrait meines Vaters" (2006) den Deutschen Kurzfilmpreis in Gold. Zuletzt: "Ausgrabungen einer Utopie - 40 Jahre Freie Republik Wendland" (Deutschlandfunk Kultur 2020). Familienleben

Dienstag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Fundament des Staates. 100 Jahre Bundes-Verfassungsgesetz (2). Gestaltung: Nadja Kayali, Michaela Schierhuber "Holz, Stroh, Lehm Wasser". Eine Anleitung zum nachhaltigen Bauen (2). Gestaltung: Margit Atzler, Franziska Dorau Singen mit ideologischem Grundton. Das Volkslied und seine politische Instrumentalisierung (2). Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

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